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Ortsverein Hansa-Hafen der SPD Münster

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Beitrag von Nikolaus Bley in der Broschüre „140 Jahre SPD in Münster“

Kleine Geschichte des Ortsvereins

Etwas vorschnell habe ich ja gesagt. Die Geschichte des Ortsvereins Hansa- Hafen? „Natürlich, als Vorsitzender muss man das doch ....“

Die Geschichte des Ortsvereins kann ich nicht schreiben, aber eine, kleine.
Es gibt also im Folgenden keine datengestützte, chronologisch geordnete Geschichte des OV Hansa- Hafen, sondern einige persönlich gefärbte Reminiszenzen, einige Schlaglichter, die geeignet erscheinen, den OV Hansa- Hafen (wieder-) erkennbar zu beschreiben.

„Typisch,“ dachte ich, nach jahrelanger Pause im Engagement für die Sozis, das erste mal bei der parteiöffentlichen Vorstandssitzung im Ortsverein Hansa- Hafen: Hinterzimmer (der Blechtrommel).

(Über das Hinterzimmer übrigens und seine – segensreiche! - Funktion in der Geschichte der SPD gibt es fundierte wissenschaftliche Untersuchungen.)

„Alle zwei Wochen.“
„Alle zwei Wochen? Ist doch eher ungewöhnlich!“
„Schon, aber bei uns ist vieles ungewöhnlich.“

Der beste Ortsverein nördlich der Mainlinie, („Südlicher ist unbekannt.“) sei es, war die schlichte Botschaft:
„Wir holen hier den Wahlkreis direkt.“ „ War nicht immer so.“ „ Hat viel Arbeit gekostet.“ „ Wir haben uns immer auch um die Kleinigkeiten gekümmert.“ „ Die Begrünung der Betonpfeiler am Hansaring – war nicht nur unsere Idee, haben wir auch selbst gepflanzt.“ „ Sieht doch gut aus jetzt!“

„Besonders stolz sind wir auf die Entwicklung am Hafen.“ „ Das geht auf unsere Kuhhaut!“ (So formulierte es Wolfgang Becker, langjährig Kassierer) „Gerüchte sagen, unser damaliger Ratsherr Rudi Steingrube sei bei einem Besuch Londons, Dockland und so, auf die Idee gekommen.“ „War nahe bei Sisyphos, davon zu überzeugen, dass das eine wirtschaftliche Chance bedeutet, und wir das betreiben sollten“, meinte, ebenfalls Ratsherr damals, Host- Herbert Camen.
.“Ja, Dicke Bretter bohren“
„Mit Augenmaß und Leidenschaft zugleich“, glaubte ich ergänzend zitieren zu müssen, verkniff es mir aber. Vorwitzige Soziologen, merkte ich noch rechtzeitig, waren an diesem Vorstandstisch eben geduldet, wenn sie es nicht übertrieben.

„Einmal im Monat eine Mitglieder- oder ne andere öffentliche Versammlung .“ „Das ist natürlich nur wegen Heribert und Helga zu schaffen.“ „Ansonsten sind von den 110 Mitgliedern ca. 25 aktiv“.“mehr oder weniger.“ „Ist ne normale Quote“

„Wirst schon sehen, Plakate kleistern im Wahlkampf...“ forderte Werner.

„Macht Spaß! so ein Wahlkampf.“ „Vor allem, wenn man gewinnt.“ „Überhaupt, der Spaß darf nicht zu kurz kommen. Machen immer ein Sommerfest und so.“.„Der soziale Zusammenhalt ist wichtig in so einem Ortsverein.“ „Gar nicht zu überschätzen.“ „...legendär sind die Besinnlichkeiten beim Kulturabend zum Jahresende, der nicht Weihnachtsfeier heißen darf.“

„Ein wenig leichter als in anderen Vierteln des schwarzen („violett!“, sagt einer dazwischen) Münster haben wir es schon zwischen Bahn und Kanal. Die soziologische Zusammensetzung der Wahlbevölkerung...“ „Ist von jeher eher ein Arbeiterviertel hier.“ „Wahrscheinlich das einzige, richtige, alte in Münster:“ „Klein Muffi hat sogar ne eigene Sprache.“ „Berni kannte die Kommunisten alle persönlich, konnte bei Wahlen bis auf die Stimme voraussagen, wieviele es diesmal sein würden.“ „Früher trauten sich die Bürgerlichen ...“ „In den 20ern sollen es die Burschenschaftler mal versucht haben...,“ „...nicht bis zum Kanal.“ „... sind aber kräftig verhauen worden.“ „Galt auch später für die SA.“

„Streit?“ „Natürlich gab es auch Streit!“ „Den größten wahrscheinlich als Berni der Neugestaltung des Bremer Platzes am Bahnhof in der Bezirksvertretung zugestimmt hat.“ „War eine unserer witzigsten Aktionen, der Protest dagegen.“ „Gegen den Willen der Bevölkerung, hieß der Spruch auf dem Transparent, mit großen Ballons hoch über dem Platz, weithin sichtbar gemacht.“

Die, die die SPD in Münster auch nur ein wenig kennen, warten schon darauf. („Man kann doch nicht über Hansa- Hafen berichten ohne...“) Natürlich nicht. Der OV Hansa Hafen hatte eine Seele:
Berni Beermann. Er war 27 Jahre lang der Vorsitzende. 27.

(Berni ist ein Artikel auf dieser Seite gesondert gewidmet, deswegen hier nur wenig mehr als soviel: Ich treffe Wolfram Kuschke – damals noch Abgeordneter aus Dortmund - im Zug auf der Fahrt nach Düsseldorf. Über politische Verhältnisse im Allgemeinen und die Sozialdemokratie im Besonderen sprachen wir „Manche (s ) gibt es nur bei uns, und darauf können wir stolz sein.“ „ Wenn ich an meine Studienzeit in Münster denke...“ Jetzt nennt er den Namen Berni Beermann, war mir sofort klar. Kuschke war im Vorstand des Unetrbezirks gewesen, erfuhr ich. Wir waren uns einig: „Im Sozihimmel sitzt der einst neben Bebel und Wehner.“)

Klingt pathetisch, ist es auch, aber anderes fällt mir zu Berni nicht ein. Berni ist Anfang des Jahres 2003 unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen worden.

Die Liste derer, die über Berni hinaus erwähnt werden müßten, ist lang, zu lang. Mal nur die Vorstandsmitglieder, die die weit weggezogen sind , die die mir jetzt ohne nachzuschauen einfallen: Meyer- Hesemann (jetzt Düsseldorf), Elke (Mainz), Olaf (Saarbrücken), Michael (München), Linda (Brüssel), Daniela (Berlin).

Ne große Feier war es, als Berni (1999) sein Amt übergab. Alles was in Münsters SPD Rang und Namen hat, war da. Marion Tüns: „er strand ein, für das, was er sagte.“ (Die Tatsache, das die Oberbürgermeisterin des ach so schwarzen Münster, seiner Stadt, nun -„Seit 18-Tobak das erste mal!“- seiner Partei angehörte, erfüllte seinen Lebenstraum.) Wolf-Michael Catenhusen: „.Vertrauen und Organisation von Ihm gelernt.“ Christoph Strässer: „Man kann wirklich sagen, eine Ära geht zu Ende....“

Wie man Nachfolger wird:
„Nach der Sitzung müssen wir noch was besprechen.“
„O.K.“
In der Regel bedeutete das: Pressemeldung schreiben, Stand organisieren, Einladung vorbereiten. „Du mußt das machen, wir haben alles überlegt.“
„O.K.“
Es war wie bei Pressemeldung, Stand, Einladung: Widerspruchsmöglichkeit kaum. Wir haben immer „seine Definition von demokratischen Zentralismus“ dazu gesagt.

Und Jetzt?
Wir bleiben unseren Traditionen treu., machen aber auch neue. Die Kommunalpolitik ist weiter unser Hauptthema. Wir verfechten nach wie vor die Idee mit dem Stadion am Stadthafen. „Ideale Ergänzung zur Halle Münsterland“, sagt Ulrich Müller, früherer Vorsitzender des AK Kommunales. „Der Umbau am Hafen ist noch lange nicht zu Ende...“ „Wir werden uns auch weiter um die Zustände, ein Zustand ist das nicht mehr! in und um den Bahnhof/Bremer Platz kümmern,“ sagt Philipp Gabriel, jetziger Leiter des AK. „Berni hätte jetzt gesagt: Was aus der Sicht der Meisten in Münster hinterm Bahnhof ist , ist für uns vorm Bahnhof!“ „Wäre ne gute Schlagzeile Andreas (Koch) für die nächste Mitteilung an die Presse! Die sind doch auch hinterm Bahnhof.... manchmal verstehen Sie nicht mal das.

Arndt begründet u.a. die neue Tradition der „oekologisch-sozialen“ Weinprobe, Peter initiierte u.a. www.spd-hansa-hafen.de,, Sascha recherchierte u.a. für die geplante Ausstellung u.a. unser bestes Wahlergebnis (Landtagswahl 1990: 48,2%, Meppener Str. 54,72%), Günül organisiert die erfolgreichsten Sitzungen des Vorstands („der schöne Garten hilft dabei“), Mustafa und Ella sind z.Zt. unsere Auslandsabteilung in der Türkei und Polen, („bald wieder im Einsatz“) und, es gibt wahrscheinlich in jedem Ortsverein eine (n), von dem/der man sagt, was würden wir eigentlich ohne..., bei uns ist es Ursula, machen.? Wahrscheinlich auch in jedem OV: bei Gertrud ist doch bestimmt bald das nächste Jubiläum fällig?! („So lang ist sie schon dabei“).

So richtig Spaß gemacht hat uns der letzte Wahlkampf (Bundestagswahl 2002), (und) wir haben ja auch gewonnen. Christoph Strässer holt den Wahlkreis: das erste mal direkt seit 187?
Es geht doch.

Die Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen, die dies lesen meinen nun: soooo besonders ist der OV Hansa- Hafen doch gar nicht. In unserem Ortsverein haben wir doch auch...

Na eben.

Beitrag von Nikolaus Bley in der Broschüre „140 Jahre SPD in Münster“

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